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Am 5. Dezember 2025 fand im Gesellschaftshaus des Palmengartens in Frankfurt die feierliche Siegerehrung der 74. Deutschen Meisterschaft im Handwerk (DMH) statt. Diese Veranstaltung, die unter dem Motto German Craft Skills stand, ehrte die besten Nachwuchstalente aus über 130 Gewerken. Gleich fünf der Siegerinnen waren Schülerinnen unserer Schule.
Die Veranstaltung wurde von zahlreichen Ehrengästen begleitet, darunter der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Gitta Connemann.
„Handwerk ist Wirtschaftskraft, Heimatverbundenheit und Fortschritt zugleich. Ein solides Handwerk ist das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft. Handwerkerinnen und Handwerker stehen für Präzision, Passion und Perfektion“, sagte Ministerpräsident Boris Rhein. Er fügte hinzu: „Ich beglückwünsche alle Siegerinnen und Sieger der Deutschen Meisterschaft im Handwerk. Sie sind die Spitze eines Berufsstandes, der unser Land am Laufen hält.“
Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), hob die Bedeutung des Handwerks für unsere Gesellschaft hervor: „Handwerk kann mit Händen Zukunft proaktiv gestalten. Anstrengung ist dabei eine positive Erfahrung.“ Daneben betonte er auch die wirtschaftliche Bedeutung der Handwerksbetriebe für den Standort Deutschland und die Notwendigkeit, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung auch politisch weiter zu fördern.
Unsere Bundessiegerinnen
Besonders geehrt wurden die Bundessiegerinnen und Bundessieger der diesjährigen Meisterschaft. Unter den Ausgezeichneten waren auch drei talentierte Schülerinnen der Berufsfachschule für Glastechnik und Glasgestaltung:
· Anta Bocoum: 1. Bundessieg Glasveredlerin in der Fachrichtung Kanten- und Flächenveredlung
· Lena Schlösser: 2. Bundessieg Glasveredlerin – Fachrichtung Glasmalerei und Kunstverglasung
Auch die Auszubildenden unserer dualen Partner hatten großen Erfolg. Wir gratulieren den Siegerinnen und ihren Betrieben von Herzen und freuen uns, hier die Ausbildung als schulischer Partner begleitet zu haben.
· Leandra Niemann - Derix Glasstudios, Taunusstein - für den 1. Bundessieg als Glasveredlerin in der Fachrichtung Glasmalerei und Kunstverglasung
· Lea Klein - Glasmalerei Peters, Paderborn - für den 1. Platz im Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“ als Glasveredlerin – Fachrichtung Glasmalerei und Kunstverglasung. Hier wurden Arbeiten ausgezeichnet, die durch gestalterische Finesse und innovative Designlösungen überzeugten.
Die Bedeutung des Handwerks für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands wurde von allen Rednern betont. Gitta Connemann erklärte: „Das Handwerk ist Rückgrat und Herz unserer Wirtschaft. Es steht für Anpacken, Können und Verlässlichkeit.“
Unseren Absolventen wünschen wir für ihre berufliche und private Zukunft nur das Beste und freuen uns, wenn Sie bei Veranstaltungen wie unserem Aktionstag Berufliche Bildung wiederzusehen und von ihrem weiteren Werdegang zu hören.
Hintergrund zur Deutschen Meisterschaft im Handwerk (DMH)
Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills – ist in Deutschland und Europa einzigartig. In über 130 Gewerken treten die besten Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Ausbildung an und messen sich in bis zu vier aufeinander aufbauenden Wettbewerbsebenen. Jedes Jahr starten bundesweit mehr als 3.000 junge Menschen in den Wettkampf um den deutschen Meistertitel in ihrem Gewerk.
Die DMH steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ausrichter sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk, unterstützt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).
Vom 24. bis 26. November 2025 ging es für die 21 Schülerinnen und Schüler der Klasse BF24 auf unsere Schulfahrt nach Paderborn. Neben Besuchen in verschiedenen Unternehmen im Glasbereich hatten sie auch die Gelegenheit, die Paderborner Innenstadt mit Dom und Weihnachtsmarkt zu erleben.
Unternehmen Glas Erkelenz Ein spannendes Erlebnis war der Besuch bei Glas Erkelenz, wo der ehemalige Rheinbacher Schüler Louis Erkelenz, der dort heute als 2. Geschäftsführer tätig ist, durch das Unternehmen führte. Nach dem Besuch der Glas-Ausstellung erhielt die Klasse Einblicke in eine hochmoderne Produktion von digital bedruckten Türen aus Einscheibensicherheitsglas (ESG). Besonders beeindruckend war ein Roboter-Ballett, welches im Bereich der Kantenbearbeitung und Bohrung von Glas die großen Scheiben mit Leichtigkeit zwischen den Maschinen bewegte. Zum Abschluss wurde den Schülerinnen und Schülern die Belastbarkeit von ESG-Glas demonstriert. Eine 4 mm starke ESG-Scheibe trug einen erwachsenen Menschen, wobei sie sich durchbiegt, ohne zu brechen. Erst bei einem Schlag auf eine Ecke der Scheibe zerbarst diese in tausende Teile.
Glashütte Gernheim Am dritten Tag besuchte die Klasse im LWL-Museum die historische Glashütte in Petershagen, wo sie nicht nur in die Geschichte und Technik des Glasmachens eingeführt wurden, sondern auch die Sonderausstellung zu Glas aus Murano im Herrenhaus besichtigen konnten. Unter Anleitung erfahrener Glasmacher gestalteten die Schülerinnen und Schüler eigene Glasobjekte, was wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und die Präzision dieses traditionellen Handwerks bot.
Glasmalerei Peters und Firma Ritzenhoff Am Dienstag besuchten die Auszubildenden die renommierte Glasmalerei Peters, die mit ihrem hohen Anteil an kunsthandwerklicher Arbeit sowohl historische Glasarbeiten restauriert als auch moderne Künstlerentwürfe weltweit umsetzt. Am Nachmittag öffnete Ritzenhoff, bekannt für seine modernen Trinkgläser für Gastronomie und Privatkunden, die Türen. Hier konnte die Klasse den gesamten Produktionsprozess vom Rohstoffgemenge bis zum fertigen Produkt hautnah miterleben. Ein besonderes Highlight war der faszinierende Anblick des glühend heißen Glastropfens, der die Kunstfertigkeit der Glasproduktion eindrucksvoll näherbrachte. Auch die hochmoderne Veredlung der Gläser mittels Digitaldruck zeige den Einzug modernster Technologien ehemals rein manuelle Herstellungsprozesse.
Fazit Diese Schulfahrt war nicht nur eine wertvolle Gelegenheit zur beruflichen Orientierung, sondern auch eine Plattform, um Kontakte für Praktikumsplätze und berufliche Perspektiven zu knüpfen. Die Schülerinnen und Schüler haben viele Eindrücke gewonnen, Neues gelernt und eine schöne Zeit miteinander verbracht.
„Normalerweise lasse ich ja Besucher erstmal Glas schneiden. Das ist bei euch aber wohl wirklich nicht nötig“ – Lars Pick, Betriebsleiter der Glasmalerei Oidtmann in Linnich wusste, dass er mit den dreißig neuen Auszubildenden der Glasfachschule NRW in Rheinbach, die am 19. November mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung auf Exkursion waren, Fachpublikum zu Gast hatte. Ziel der Tagestour war neben dem Werkstattbesuch bei der ältesten Glasmalereiwerkstatt Deutschlands das Glasmalereimuseum ebenfalls in Linnich. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch im Aachener Dom.
In ihrer dreijährigen Ausbildung an der Rheinbacher Glasfachschule lernen die Auszubildenden, Glas zu bearbeiten – sei es als Glasmalerin, als Glasgraveur, Glaserin oder Glasschleifer. Betriebsleiter Pick ist selbst ein Absolvent der Rheinbacher Schule und konnte bei der Führung daher bestens den Bezug zwischen Ausbildung und Firmenalltag herstellen.
Das ebenfalls in Linnich beheimatete Glasmalereimuseum wartete mit einem Ritt durch die Geschichte der Glasmalereikunst auf die Auszubildenden. Schnell zeigten sich die unterschiedlichen künstlerischen Vorlieben der Auszubildenden: Konnten sich die einen kaum von sehr realistisch gemalten Glasfenstern nach mittelalterlichen Vorlagen trennen, waren andere von abstrakter skulpturaler Glaskunst begeistert. Alle aber hatten immer wieder die Frage im Kopf: „Wie macht man das?“ – eine gute Inspiration für die eigene Arbeit.
Nach diesem Einblick in den Arbeitsalltag einer Glasmalereiwerkstatt und der künstlerischen Inspiration im Glasmalereimuseum fuhr die Gruppe im Reisebus, dessen Charterkosten von der NRW-Stiftung übernommen worden war, weiter nach Aachen. Zum Abschluss besuchte sie den Aachener Dom, eine Kult- und Kulturstätte ersten Ranges. Ein Teil der Fenster stammt aus der Glasmalereiwerkstatt Oidtmann – so schloss sich der Kreis.
Berufliche Zukunft zum Anfassen: Zweiter Aktionstag Berufliche Bildung an der Glasfachschule NRW
Am Samstag, den 08. November 2025, fand an der Glasfachschule NRW in Rheinbach zum zweiten Mal der Aktionstag Berufliche Bildung statt, ein erlebnisreicher Tag, an dem Jugendliche ab Jahrgangsstufe 8 sowie ihre Eltern die Welt der beruflichen Bildung auf besonders praxisnahe Weise entdecken konnten. Der Aktionstag wurde von sechs Berufskollegs in der Region Bonn/Rhein-Sieg zeitgleich durchgeführt und etabliert sich inzwischen als fester Bestandteil der regionalen Berufsorientierung.
Wie schon im Vorjahr konnten die Besucherinnen und Besucher in den offenen Werkstätten und Fachräumen der Glasfachschule NRW viele Mitmachaktionen ausprobieren und so Berufe aus Glashandwerk, Glasindustrie und Mediengestaltung kennenlernen. Besonders gefragt waren Stationen wie Glaszuschnitt, Glasgravur, Heißglasverarbeitung, 3D-Modellierung sowie analoge und digitale Illustration.
Ein zentrales Ziel des Aktionstages war es, den Jugendlichen realistische Einblicke in Ausbildungsberufe zu geben und ihnen die Möglichkeit zu bieten, selbst aktiv zu werden, denn oft hilft Ausprobieren mehr als jede Berufsbeschreibung. Das dieses Konzept aufgeht, zeigte sich in der hohen Aktivität vor Ort und dem überaus positiven Feedback der Besuchenden.
Neben den Mitmachangeboten standen Lehrkräfte, Auszubildende und Betriebe aus der Region für Gespräche zur Verfügung. Die frisch gewonnenen Erfahrungen konnten reflektiert werden, ehemalige Schülerinnen und Schüler berichteten im persönlichen Austausch über ihre Berufswege und auch die Agentur für Arbeit war zur Berufswahlberatung mit am Start. Das Netzwerkcafé der Schülerinnen und Schüler kümmerte sich in den Verschnaufpausen um das leibliche Wohl.
Abschließend ist festzuhalten, dass der Aktionstag Berufliche Bildung das Ziel verfolgt, den Weg in eine duale Ausbildung zu stärken, Eltern aktiv einzubeziehen und Unternehmen wie auch Jugendliche zusammenzubringen. Mit seiner praxisorientierten Ausrichtung und der Beteiligung zahlreicher regionaler Partner leistet er einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung der Jugendlichen und zur Fachkräftesicherung in der Region.
Bereits zum sechsten Mal wurde am 31. Oktober der Rheinbacher Glasdolch-Preis an eine Koryphäe der Kriminalliteratur verliehen: Die Wahl der Jury fiel in diesem Jahr auf die englische Autorin Ann Cleeves, die bereits in über 20 Sprachen übersetzt wurde und besonders durch ihre Reihe um die Ermittlerin Vera Stanhope und die sogenannten Shetland-Krimis berühmt geworden ist. Zahlreiche ihrer Werke wurden auch verfilmt.
Der Termin für die Preisverleihung, für die Ann Cleeves – wie sie erst kürzlich in einem Interview bekanntgab – erstmalig nach Deutschland reiste, hätte nicht passender gewählt sein können, denn Halloween, jener Brauch, der einst aus dem englischsprachigen Raum zu uns kam, ist für viele „zum Gruseln schön“, genauso wie die Werke der Autorin.
Zwei davon („Die tiefste Nacht – Vera Stanhope ermittelt“ und „Die Nacht der Raben – ein Shetland-Krimi“) wurden von Schülerinnen und Schülern des Bildungsganges der Gestaltungstechnischen Assistenten der Glasfachschule (AG 24 a/b und AM 23) zunächst im Fach Deutsch/Kommunikation (Dr. Tanja Durchholz) gelesen und anschließend in den Fächern Gestaltungslehre (Johannes Neusel/Stephanie Mörs), Medientechnik und -design (Jörg-Steffen Claß) sowie Fotografie (Donald Kielty) inhaltlich so aufbereitet, dass eine die Preisverleihung begleitende Ausstellung mit zahlreichen interessanten Exponaten entstanden ist.
Gezeigt wurden beispielsweise Piktogramme, die markante Merkmale der Figuren in vereinfachender grafischer Darstellung wiedergeben. Auch animierte Charaktere und Fotografien zu Schlüsselszenen, die in Verbindung mit einer perfekt inszenierten Beleuchtung für die entsprechende Atmosphäre sorgten, waren Gegenstand der Ausstellung, die begeistert von der Autorin selbst sowie vom Publikum in Augenschein genommen wurde. Die Schülerinnen und Schüler der Glasfachschule hatten die Ausstellung einem Tatort entsprechend mit Leichenfundort und Absperrband sowie Aufklebern, die blutige Hand- und Fußabdrücke zeigten, hergerichtet und standen der Autorin und den Besuchern auf Englisch und Deutsch Rede und Antwort. Die SV versorgte die Gäste derweil gegen eine kleine Spende für die Abschluss-Kasse mit Getränken und Snacks.
Wie schon bei den vorangegangenen Preisverleihungen begrüßte zunächst Schulleiter Jochen Roebers die Gäste mit einleitenden Worten in seinem Haus, bevor der Bonner Kulturjournalist Dr. David Eisermann durch das abwechslungsreiche Programm führte und dabei immer wieder von Englisch auf Deutsch und umgekehrt übersetzte. Auch das Publikum konnte der Autorin Fragen stellen und Ann Cleeves verriet bei dieser Gelegenheit, dass es vorab keinen sogenannten Plot für ihre spannenden Geschichten gebe, sondern sie diesen erst im Prozess des Schreibens Kapitel für Kapitel entwickele. Damit sei ihre Position keine allwissende, sondern eher eine suchende wie die des Lesers, der mitdenke und mitfiebere, wie es im Handlungsverlauf weitergehen könnte.
Genau dieses Innehalten, den Atem anhalten, kaum abwarten können, was kommt, spürte man bei der sich anschließenden Lesung der Autorin. Sie hatte dafür ihren neuesten Roman „The Killing Stones“ ausgewählt, der um den aus den Shetland-Krimis bekannten Ermittler Jimmy Perez kreist, diesen aber in neuer Umgebung, nämlich den Orkney-Inseln ansiedelt. Das Publikum lauschte gebannt auf jedes Wort und quittierte die durchaus überraschende Wendung mit viel Applaus.
Die Laudatio hielt der Rheinbacher Verleger Winrich C.-W. Clasen, der den Preis ursprünglich ins Leben gerufen hatte. Er würdigte Ann Cleeves für ihr Lebenswerk und hob besonders die leisen Töne der Schriftstellerin hervor, denn auch mit ihrer Hilfe werde am Ende eines jeden aufgeklärten Verbrechens dem Gerechtigkeitssinn der Leserinnen und Leser Rechnung getragen.
Dann überreichte er den Preis, einen eindrucksvollen Glasdolch von etwa 30 cm Länge, der in den Werkstätten der Glasfachschule von den Meistern Elena Ritter und Eduard Peters gefertigt wurde. Die Geehrte nahm ihn freudestrahlend entgegen, nicht ohne sich zu fragen, was man wohl am Flughafen zu diesem potenziellen Mordwerkzeug sagen werde…
Nach Abschluss des offiziellen Teils konnte man der weltberühmten Autorin bei der Signierstunde noch einmal ganz nahekommen und viele begeisterte Fans nutzten dies, bis Ann Cleeves schließlich aufbrach, um einen auch für sie spannenden Tag gemeinsam mit der Jury beim Rheinbacher Dinner ausklingen zu lassen.