Landesberufsschule für Glas und Keramik (LBS)

Berufe mit Tradition und Zukunft

Theoretisches Wissen, fachpraktische Erfahrungen aus modern eingerichteten Werkstätten, Laboren und Computerräumen, planerisches Handeln, Kreativität durch fächerübergreifendes Arbeiten, Kommunikations- und Teamfähigkeit machen die Auszubildenden der Landesberufsschule für Glas und Keramik fit für ihren jeweiligen Fachbereich und für einen Beruf mit Tradition und Zukunft.

Fachbereiche

· Flachglastechnologe/in
· Glasapparatebauer/in
· Glaser/in
· Glasveredler/in
· Industriekeramiker/in
· Leuchtröhrenglasbläser/in
· Verfahrensmechaniker/in Glastechnik

Ausbildungsvoraussetzung und Ablauf

· Anmeldung durch den Ausbildungsbetrieb
· Abschluss: Gesellenprüfung (Handwerkskammer) oder Facharbeiterprüfung (IHK)

Unterbringung

Unterbringung im campuseigenen Internat „Haus Rheinbach“ möglich
Haus Rheinbach

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Ansprechpartnerin

Ulrike Wagener  (Abteilungsleitung)

 

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77 Auszubildende erfolgreich entlassen

Absolvent*innen der Landesberufsschule im Rheinbacher Glasmuseum feierlich verabschiedet.

Die diesjährige gemeinsame Verabschiedung der Auszubildenden der Landesberufsschule der Glasfachschule Rheinbach, fand nach drei-jähriger Pandemiepause, endlich wieder im Glasmuseum statt.

77 Auszubildende erhielten ihre Berufsschulabschlusszeugnisse in den Berufen Flachglastechnologe/ Flachglastechnologin, Verfahrensmechaniker/in Glastechnik, Glaser/in Fachrichtung Verglasung und Glasbau, Glasverdler/in Fachrichtung Kanten und Flächenveredlung und Industriekeramiker/in im feierlichen Rahmen des Ratssaales des Glasmuseums.

Dieser Entlassungsjahrgang hat seine Ausbildungszeit unter erschwerten Bedingungen erlebt. Aufgrund der Coronapandemie wurde ein großer Teil des Unterrichts online gehalten. Dieser Online-Unterricht wurde durch die Unterstützung der Betriebe, die sehr gute digitale Ausstattung der Schule und durch die große Motivation der Auszubildenden gemeistert. Dadurch wurde der Ausbildungsstandard gewährleistet. Umso eindrucksvoller ist es, dass alle Auszubildende die Berufsschule erfolgreich absolvieren konnten.

Die Eröffnung der Feierstunde im Ratssaal des Glasmuseums fand durch die Rede des Schulleiters Herrn Roebers statt. Er stellte einmal mehr die guten Leistungen der Absolvent*innen in den Vordergrund, die trotz Pandemie und der Flutkatastrophe im Rheinland, erreicht wurden. Die darauffolgende Rede der Abteilungsleiterin Ulrike Wagener lies, auf humorvoller Art und Weise, die dreijährige Schulzeit aus Sicht aller Beteiligten Revue passieren.

Zuerst wurden die Jahrgangsbesten geehrt:
Philipp Pey, Industriekeramiker Fachrichtung Anlagentechnik (Firma: NBK Keramik GmbH&Co.KG) mit einem Notendurchschnitt von 1,1, Michael Braun, Flachglastechnologe (Firma: Glaswerke Haller GmbH) mit einem Notendurchschnitt von 1,0, Marcel Schürmann, Verfahrensmechaniker Glastechnik (Firma: O-I Glasspack GmbH & Co. KG) mit einem Notendurchschnitt von 1,0, Noelle Schneider, Leuchtröhrenglasbläserin (Firma: Schlottag Lichtwerbung GmbH&Co.KG) mit einem Notendurchschnitt von 1,0 und Talia Boog, Glaserin Fachrichtung Verglasung und Glasbau (Firma: Glas Boog e.K.) mit dem Notendurchschnitt von 1,1.

Von links: Noelle Schneider, Philipp Pey, Michael Braun

Anschließend erhielten die Auszubildenden aus der Hand des Schulleiters, mit Mitwirkung der unterrichtenden Kollegen*innen, ihre Berufsabschlusszeugnisse.

Wir bedanken uns bei unseren Schüler*innen für die Bereitschaft, die gemeinsame, oft auch herausfordernde Zeit, mit uns erfolgreich gemeistert zu haben und wir wünschen all unseren Absolvent*innen für ihre weitere Zukunft alles erdenklich Gute!


Ausbildung zur Leuchtröhrenglasbläserin

Ein Interview mit der Leuchtröhrenglasbläserin Noelle Schneider

 

Ihre Ausbildung ist sehr speziell. Was sagen Sie anderen Menschen, warum Sie sich ausgerechnet für diese Ausbildung entschieden haben?

Eigentlich ist es ein glücklicher Zufall, da es nicht meine erste Wahl war. Ursprünglich wollte ich im Anschluss an mein Kunststudium eine Ausbildung im Bereich Bühne/ Bühnenplastik machen. Also kreativ sollte es sein. Köln ist bekanntlich recht kreativ und dann bin ich über die Firma Schlottag gestolpert. Aus einem Gespräch heraus entstand der gemeinsame Weg der Ausbildung. Der Beruf verbindet für mich Handwerk und Kunst. Man kann Glas in der Flamme frei formen, Neues erschaffen, mit Farben experimentieren, das macht den besonderen Reiz aus. Fingerfertigkeit, Geduld und Geschick gehören dabei ebenso zum Alltag, wie ein hohes Maß an Konzentration und Präzision.

Ich arbeite zudem an einem besonderen Ort, eine Glasbläserei ist sehr speziell mit den Brennern, der Gasflöte und dem Pumpstand. Es rauscht ständig und dennoch strahlt die Arbeitsweise eine gewisse Ruhe aus.

Wir arbeiten mit Tisch – und Handbrennern mit überwiegend weichen Flammen, aus einer Erdgas-Luft- Flamme mit wenig Sauerstoff. Bis ein System fertig ist, braucht es viele kleine Schritte, das Umformen, das Befüllen mit Bindemittel und Leuchtstoff sowie das Einfüllen von Edelgasen. Besondere Vorsicht ist aber auch im Umgang mit den ganzen Stoffen geboten, Flusssäure, Bindemittel, Quecksilber sind Bestandteil des Arbeitsalltages.

Ihr Ausbildungsberuf galt bereits als ausgestorben, doch nun lernen Sie bei Schlottag Lichtwerbung in Köln den Beruf Leuchtröhrenglasbläserin. Das ist bundesweit, wahrscheinlich landesweit einzigartig. Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Berufes? 

Die Ausbildung ist, wie fast alle handwerklichen Ausbildungen, nicht mit 3 Jahren abgeschlossen. Es gibt viel zu lernen, zu verfeinern und zu optimieren. Dennoch, die Grundfertigkeiten sind immer noch die gleichen, wie in den Anfängen des Leuchtröhrenglasbläserdaseins in den 1930ern. Da immer noch viele Leuchtreklamen zu Werbezwecken genutzt werden, haben wir im Betrieb auch immer gut zu tun. Alte Systeme werden regeneriert und wieder eingesetzt. Auch scheinen die Leuchtröhren als Werbung wieder beleibter zu werden, das lässt mich positiv in die Zukunft schauen.

Ich würde mir wünschen, den Beruf auch nach meiner Ausbildung am Leben zu erhalten und vielleicht mal jemanden auszubilden, der auch Spaß an einer besonderen Ausbildung hat.

Rückblick und Perspektive

Portrait Sanja Schuster, Glasapparatebauerin
Absolventin 2021

Glas ist ein wunderbarer Werkstoff, den man umformen, verändern kann. Was sind aus Ihrer Sicht wichtige Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Glasapparatebauerin?

Für diesen Beruf braucht man viel Geschick und auch Durchhaltevermögen. Der Beruf ist nicht sehr einfach, dafür macht es doppelt so viel Spaß, wenn es dann funktioniert.

Ihre Ausbildung ist sehr speziell, selten und nicht alltäglich. Was sagen Sie anderen Menschen, warum Sie sich für ausgerechnet diese Ausbildung entschieden haben?

Auf diesen Beruf bin ich zufällig gestoßen. Das Vorstellungsgespräch und die Recherche im Internet haben mein Interesse zu diesem Beruf geweckt. Dieser Beruf ist sehr außergewöhnlich, dazu kommt , dass ich das Material Glas sehr interessant finde und die Möglichkeiten dieses zu bearbeiten.

Sie wurden in der Universität Bochum von Jürgen Rotzing ausgebildet, haben Ihre Prüfung erfolgreich bestanden und werden nun in Bonn, bzw. Rheinbach ansässig. Wie kam es dazu?

Ich habe mich bei vielen verschiedenen Betrieben vorgestellt und habe mich dann für den Betrieb Laborglas Ulrich entschieden, weil er mich am meisten angesprochen hat. Dort habe ich dann auch Probearbeiten gemacht, was mich dann in meiner Endscheidung nur bestärkt hat.

In der Schule zählt Ihrer zu den Exoten unter den glasverarbeitenden Berufen. Wie haben Sie diese Zeit in der Ausbildung wahrgenommen?

Die Schule war sehr interessant und man hat sehr viel gelernt. Vor allem konnte man, da wir in der selben Klasse waren wie die Flachglastechnologen, auch außerhalb unseres Berufes Erfahrungen sammeln. Leider kam ja alles wegen Corona ziemlich kurz, aber ich denke, dass wir in der Zeit alles gelernt haben was man wissen muss, um einen guten Start in das weitere Berufsleben zu haben.

Der Markt ist ziemlich leergefegt. Sie können sich praktisch aussuchen, wo Sie arbeiten möchten. Wie sehen Sie die Perspektive in der Apparatebaubranche?

Der Apparatebau ist zwar sehr klein aber ich denke, dass der Beruf nie aussterben wird. Dieser Beruf ist ein sehr wichtiges Handwerk. Ich hoffe, dass es in weiterer Zukunft immer neue interessierte Leute gibt, die diesen Beruf erlernen wollen und dass diese ihr Wissen weiter geben.

75 Auszubildende erfolgreich entlassen

Absolventen der Landesberufsschule in Rheinbach feierlich verabschiedet.

Absolventen der Landesberufsschule im Rheinbacher Glasmuseum feierlich verabschiedet.

Im Rahmen der Entlassfeier aller Auszubildenden der Landesberufsschule der Staatlichen Glasfachschule für Glas und Keramik in Rheinbach am 13. Mai 2019 bot der Ratssaal des Glasmuseums den festlichen Rahmen. Zum Einstieg in diese Feierstunde fand die Ehrung der vier Jahrgangsbesten statt.

Das beste Berufsschulabschlusszeugnis aller Landesberufsschulabsolventen bekam in diesem Jahr Christian Fahn (Verfahrensmechaniker Glastechnik) von der Firma Interpane mit dem Notendurchschnitt von 1,4.

Weitere Jahrgangsbeste ihres Bildungsgangs sind Florian Scholz bei den Industriekeramikern (Fachrichtung Verfahrenstechnik) der Firma P-D Refractories GmbH mit einem Durchschnitt von 1,5, Thomas Overa (Glasveredler Fachrichtung Kanten- und Flächenveredlung) der Firma Glas Rose und Jonas Müller (Glaser, Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau) der Firma Günther Klaas Fensterbau GmbH mit jeweils einem Durchschnitt von 1,6. Als bester Flachglasmechaniker hat Nico Westerhold von der Firma Windmann GmbH & Co einen Notendurchschnitt von 1,9 erreicht.

Als Anerkennung für ihre besonders guten schulischen Leistungen erhielten sie einen, in limitierter Anzahl in der Schule gefertigten Glaswürfel, mit einer Laser-Innengravur der Silhouette der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach überreicht.

 

 

Die 75 Auszubildenden des Jahrgangs 2019 konnten die drei zurückliegenden Jahre intensiv nutzen, um sich ein fundiertes Fachwissen zu erarbeiten, ebenso um ihre Allgemeinbildung und soziale Kompetenzen zu erweitern. Die Auszubildenden haben dabei von den guten Lernbedingungen sowie der technisch innovativen Lernumgebung der Glasfachschule profitiert und ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Dabei haben sie ebenfalls die Möglichkeit gehabt, einen Einblick in die verwandten Fachrichtungen zu bekommen.

Die Fachpraxis, die sie in ihren Ausbildungsbetrieben erlernt haben, vertieften sie mit Freude und Motivation in den schuleigenen Werkstätten in der Durchführung von Projekten und Arbeitsaufträgen. Mit diesem erworbenen Wissen und Können sind die Auszubildenden nun bestens auf die noch anstehenden Abschlussprüfungen und das darauf folgende Berufsleben vorbereitet.

Sie sind motiviert für den Start ins Berufsleben und fit für das weitere Lernen, z.B. in der Meisterschule oder der Technikerschule.

Viele der Schüler haben zusätzliche Belastungen auf sich genommen, um die Landesberufsschule der Glasfachschule zu besuchen, da viele Betriebe in ganz Deutschland angesiedelt sind. Für die Berufsschulzeit werden die Auszubildenden in dem, der Schule angegliedertem, Jugendwohnheim der Stadt Rheinbach „Haus Rheinbach“ untergebracht und betreut. Sie blieben teilweise zusätzlich zur Unterrichtszeit auch über die Wochenenden von Zuhause getrennt.

Wir wünschen unseren Absolventen für ihre Zukunft viel Erfolg und weiterhin Spaß am lebenslangen Lernen.