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Paula Ernst gewinnt Publikumspreis beim 13. Internationalen Glaskunstpreis

von Team Glasfachschule

Glasfachschule NRW setzt Zeichen für europäische Zusammenarbeit und zeitgenössische Glaskunst

Die Glasfachschule NRW gratuliert ihrer ehemaligen Schülerin Paula Ernst zum Publikumspreis beim 13. Internationalen Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach. Mit ihrer Bleiverglasung „Apfel“ überzeugte sie die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung. Von insgesamt 1.778 abgegebenen Stimmen entfielen 254 auf ihre Arbeit.

Paula Ernst hat ihre Ausbildung zur Glasmalerin und Glaserin an der Glasfachschule NRW im Sommer 2026 erfolgreich abgeschlossen. Entstanden ist die ausgezeichnete Arbeit unter der Betreuung von Georg Linden, Leiter der Glaswerkstätten der Schule. Der Publikumspreis „Franz-Josef Feuser“ ist nach dem ersten Leiter des 1968 gegründeten Glasmuseums benannt und wird von Helga Feuser-Strasdas und Joachim Strasdas gestiftet. Er würdigt sowohl das handwerkliche Können und die gestalterische Idee der jungen Glaskünstlerin als auch die Qualität der Ausbildung an der Glasfachschule NRW.

Die Preisverleihung fand am 26. September 2026 im Glaspavillon neben der Glasfachschule in Rheinbach statt. Die Auszeichnung zeigt eindrucksvoll, dass traditionelle Techniken wie die Bleiverglasung auch heute eine große künstlerische Ausdruckskraft besitzen. In ihrem Werk „Apfel“ verbindet Paula Ernst handwerkliche Präzision mit einer klaren und unmittelbar verständlichen Bildsprache.

Wettbewerb mit internationaler Bedeutung

Der Internationale Glaskunstpreis der Stadt Rheinbach wurde 2002 ins Leben gerufen und wird seit 2003 alle zwei Jahre vom Glasmuseum Rheinbach verliehen. Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Talente zu fördern, die Vielfalt der Glaskunst sichtbar zu machen und die kulturelle Zusammenarbeit in Europa zu stärken.

Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich neun Glasfachschulen aus Deutschland, Frankreich, Tschechien und Finnland. Insgesamt wurden 38 Arbeiten eingereicht. Eine international besetzte Jury bewertete unter anderem Bleiverglasungen, Emaillearbeiten, Lampenarbeiten, ofengeformte Objekte und Glasskulpturen. Schirmherrin war die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner.

Der erste Preis ging an Thomas Paynel aus Frankreich. Seine Arbeit „Der letzte Hammer zum Biegen des Glases“ zeigt einen verpackten Hammer, bei dem selbst Styropor und Noppenfolie aus Glas gefertigt sind. Die Jury würdigte die außergewöhnliche technische Präzision, das handwerkliche Können und den humorvollen Umgang mit dem Werkstoff.

Den zweiten Preis erhielt Jaden Matúšků aus Tschechien für die emaillierte Vase „Die Prophezeiung des Miau Miau“. Platz drei ging an Caroline Moal aus Frankreich für die filigrane Lampenarbeit „Crépobée“.

Glasfachschule NRW als Europaschule

Glas ist einer der ältesten künstlichen Werkstoffe der Welt. Seit rund 5.000 Jahren wird es verarbeitet und bis heute stetig weiterentwickelt. An der Glasfachschule NRW werden traditionelle Techniken mit modernen Verfahren verbunden. Digitale Gestaltung, CAD, Plottertechnik und 3D-Druck erweitern die Möglichkeiten der Glasgestaltung.

Als Europaschule steht die Glasfachschule NRW für internationale Begegnung, kulturellen Austausch und die verbindende Kraft der Glaskunst. Der Erfolg von Paula Ernst unterstreicht die Bedeutung der Schule als Ausbildungsstätte und als Teil eines europäischen Netzwerks. Der nächste Internationale Glaskunstpreis soll 2028 stattfinden.

 

Text: Alexander Haßel, Oliver Dohmen

Fotos: Paula Ernst, Annika Ehlen, Carolin Müller, Lynn Mizgayski, Ruben Maruhn, Robyn Rohr