Internationaler Demokratiepreis Bonn zum siebten Mal verliehen

von Sebastian Ramm

Gläserne Trophäe wird seit 2009 von der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach hergestellt

Internationaler Demokratiepreis Bonn zum siebten Mal verliehen

Gläserne Trophäe wird seit 2009 von der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach hergestellt.

Der internationale Demokratiepreis zeichnet weltweit Menschen aus, die sich für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte engagieren oder engagiert haben. Die Auszeichnung findet mindestens alle zwei Jahre statt. 2009 wurde der Internationale Demokratiepreis zum ersten Mal verliehen.

Die gläserne Trophäe für die Preisträger wurde im Rahmen der ersten Preisverleihung des Internationalen Demokratiepreises Bonn von Auszubildenden der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach, unter Leitung von Sabina Ramershoven und Georg Linden, entworfen. Das Glasobjekt wird bis heute dort gefertigt.

Symbolisch nimmt der Glasblock Bezug auf den abstrakten Begriff der „Demokratie“. Das stabile und massive Objekt steht stellvertretend für die Stabilisierung der politischen Verhältnisse seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland vor 70 Jahren. Im Inneren des Blockes sind kleine Blasen eingeschlossen, die dem statischen Material Dynamik verleihen. Ebenso unterliegt auch Demokratie einem dynamischen Prozess, indem sich strukturelle und personelle Parameter ständig verändern. Die unterschiedlichen Oberflächen sollen die Diversität symbolisieren, die eine Demokratie zulässt, fordert und fördert. Den oberen Bereich der abgeschrägten Kopfseite ziert das Logo des Internationalen Demokratiepreises. Es stellt die parlamentarische, halbkreisförmige Sitzordnung abstrahiert dar.

Der 23 cm hohe Glaskubus besteht aus klarem Schmelzglas und wird in einer feuerfesten Form bei 900 Grad erschmolzen. Anschließend muss der Kubus etwa eine Woche lagern und abkühlen, um für die Weiterverarbeitung spannungsfrei zu werden. Danach wird er mit einer Diamantsäge in Form gebracht, an den glatten Flächen geschliffen und Hochglanz poliert. Die Oberfläche der Glassäule ist teils glatt, teils gesandstrahlt. Auf dem Glaskubus ist der Schriftzug „Internationaler Demokratiepreis Bonn“ rechts senkrecht angeordnet und das Jahr der Preisverleihung zu lesen. Der Schriftzug sowie das Signet werden gesandstrahlt. Die Glasskulptur ist mit einer geschliffenen Edelstahlbodenplatte verklebt, in der die Namen der jeweiligen Preisträger eingelassen sind. Die Fertigung jeder Glasskulptur stellt technisch-künstlerische Glashandwerkskunst auf hohem Niveau dar. Jede Trophäe ist immer wieder ein Unikat.

Die diesjährige Preisträgerin des Demokratiepreises Bonn ist Prof. Dr. hab. Malgorzata Gersdorf, Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen. Sie ist am 8. November 2019 auf dem Petersberg bei Bonn mit dem siebten Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet worden.

Weitere Informationen unter: www.demokratiepreis-bonn.de

Bild 1 und 2: Ausgestellte Trophäe auf dem Petersberg 2019

Bild 3: Erste Trophäe 2009

Bild 4: v.l.n.r.: Sabina Ramershoven (Werkstattlehrerin der Glasfachschule Rheinbach), Sebastian Schuster (Landrat des Rhein-Sieg-Kreises), die Preisträgerin Prof. Dr. hab. Malgorzata Gersdorf (Präsidentin des Obersten Gerichts in Polen), Jochen Roebers (Schulleiter der Glasfachschule Rheinbach) und Georg Linden (Werkstattleiter der Glasfachschule Rheinbach).

Text: Stephanie Mörs

Zurück